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Scope

CARE-IT definiert den Anwendungsbereich eines Governance- und Betriebsführungsmodells für digitale Versorgungsinfrastruktur.

Der Scope beschreibt, welche Systeme, Entscheidungen und organisatorischen Ebenen vom Framework erfasst werden – und welche nicht.

Was im Scope liegt

CARE-IT gilt für digitale Systeme, die:

  • klinische Entscheidungen beeinflussen,
  • patientenrelevante Risiken erzeugen können,
  • Bestandteil eines Versorgungsprozesses sind,
  • dauerhaft betrieben werden müssen.

Dazu zählen insbesondere:

  • klinische Informationssysteme (z. B. KIS, RIS, LIS),
  • vernetzte medizintechnische Systeme,
  • Monitoring- und Bildgebungssysteme,
  • integrierte Datenplattformen,
  • systemübergreifende Entscheidungsunterstützung,
  • Schnittstellen- und Integrationsarchitekturen.

CARE-IT bezieht sich dabei nicht auf das Einzelprodukt, sondern auf den Systemverbund, in dem es wirksam wird.

Was nicht im Scope liegt

CARE-IT ist kein:

  • Softwareentwicklungsframework,
  • Projektmanagement-Standard,
  • IT-Service-Management-Modell,
  • Informationssicherheitsstandard,
  • regulatorisches Zulassungsverfahren,
  • Medizinprodukte-Norm.

CARE-IT ersetzt keine bestehenden Regelwerke.

Es adressiert die strukturelle Steuerungslogik oberhalb dieser Ebenen.

Organisationale Ebene

CARE-IT wirkt auf:

  • Führungsebene,
  • Governance-Gremien,
  • klinische Leitung,
  • Medizintechnik,
  • IT,
  • Architektur- und Integrationsverantwortliche.

Es ist kein rein technisches Framework.

Es ist ein organisationsweites Steuerungsmodell für digitale Versorgungsinfrastruktur.

Entscheidungsebene

CARE-IT adressiert insbesondere Entscheidungen zu:

  • Einführung neuer Systeme,
  • Integration in bestehende Systemlandschaften,
  • Betriebsmodellen,
  • Verantwortungszuordnung,
  • Risikobewertung,
  • Lebenszyklusplanung,
  • Innovationsüberführung in den Betrieb.

Der Scope endet dort, wo digitale Systeme keine klinische Relevanz entfalten.

Kontextabhängigkeit

CARE-IT ist skalierbar.

Es kann angewendet werden auf:

  • einzelne Systemverbünde,
  • Abteilungen,
  • Gesamtspitäler,
  • Spitalgruppen.

Die Tiefe der Anwendung ist kontextabhängig.

Der normative Kern bleibt unverändert.

CARE-IT definiert nicht jedes Detail der Umsetzung.

Es definiert die strukturellen Bedingungen, unter denen digitale Versorgungsinfrastruktur verantwortungsvoll betrieben werden kann.